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VfL verliert weiße Weste
0:1-Pleite in Köln – Torfrau Schnüll ins Krankenhaus
Köln – Zwei Spieltage vor Saisonschluss hat es die Frauen von Fußball-Zweitligist VfL Sindelfingen erwischt: Der designierte Aufsteiger in die Bundesliga unterlag beim Tabellendritten 1. FC Köln nach intensivem Spiel 0:1 (0:0) und kassierte damit die erste Saisonniederlage. Das Tor des Tages fiel in der 90. Minute, als ein Freistoß von Nicole Bender aus fast 40 Metern an Freund und Feind vorbei den Weg ins Tor fand. VfL-Ersatztorhüterin Annika Schmidt, die für die verletzt ausgewechselte Kristina Schnüll zu ihrem ersten Zweitliga-Einsatz kam, hatte keine Abwehrchance.
„Ich bin mit der Leistung meiner Mannschaft mehr als zufrieden. Obwohl es um nichts mehr ging, hat sie sehr engagiert gespielt“, lobte VfL-Coach Niko Koutroubis (Foto rechts) den Auftritt seiner Meister-Elf. Auf zwei Positionen hatte Koutroubis seine Mannschaft verändert. In der Abwehr verzichtete er auf die österreichische Nationalspielerin Susanna Höller, die schon seit Wochen mit einem Bänderriss spielt. Dafür rückte Catharina Schwägler in die Startformation. Im zentralen Mittelfeld ersetzte Maximiliane Rall Spielmacherin Merza Julevic.
Von Beginn an versuchten beide Mannschaften Sicherheit und Ruhe ins Spiel zu bringen. Zwingende Torchancen waren in der ersten Viertelstunde Mangelware. In der 16. Minute hätte der VfL 1:0 in Führung gehen können, doch der Kopfball von Fabienne Dongus nach einem Freistoß von Julia Schneider klatschte an den Pfosten. In der Folgezeit hatte Sindelfingen weitere gute Einschussmöglichkeiten, doch entweder ging der Ball am Tor vorbei bzw. drüber oder FC-Keeperin Lena Nuding, vor der Saison vom Neckar an den Rhein gewechselt, stand goldrichtig. Eine Minute vor der Halbzeit verbuchte der FC einen Pfostenschuss.
Nach dem Seitenwechsel das gleiche Bild. Beide Mannschaften spielten mit hohem Einsatz, doch Zählbares wollte nicht herausspringen. Dann der Schock: In der 51. Minute blieb Schnüll nach einem Zusammenprall im Fünfmeterraum benommen liegen. Das Spiel musste mehrere Minuten unterbrochen werden. Schnüll wurde mit dem Krankenwagen ins St. Elisabeth Krankenhaus Hohenlind transportiert. Diagnose: Verdacht auf Gehirnerschütterung.
Nun schlug die Stunde für die zierliche Schmidt (Foto links). Durch den Ausfall von Simone Holder (Rotsperre) stand die Feldspielerin als Ersatztorhüterin im Kader. Ohne große Erwärmung und begleitet durch die Aufmunterung der mitgereisten Sindelfinger Fans machte sie sich nun auf den Weg ins VfL-Gehäuse. Ihre größte Rettungstat vollbrachte Schmidt in der 67. Minute, als sie den Schuss einer durchgebrochenen Kölnerin mit einer Glanzparade entschärfte.
Auf Seiten des VfL sorgte die eingewechselte Nicole Loipersberger für Belebung im Angriff, doch auch sie konnte beste Gelegenheiten nicht zum Torerfolg nutzen. Insbesondere in der 88. Minute scheiterte Loipersberger an einer glänzend aufgelegten Nuding. Als sich beide Teams schon mit einem leistungsgerechten Unentschieden abgefunden hatten, brachte besagter Freistoß die Entscheidung für die Domstädterinnen.
Im letzten Saisonspiel am Sonntag, 20. Mai 2012, kommt die Zweitvertretung des 1. FFC Frankfurt ins Floschenstadion. Bleibt zu hoffen, dass Schnüll bis dahin wieder im Vollbesitz ihrer Kräfte ist. Dafür wünschen Trainer, Mannschaft und Fans beste und schnelle Genesung.
So spielten sie:
VfL: Schnüll (54. Schmidt) – M. Schwägler, T. Dongus, C. Schwägler, Laich – Tieber (56. Loipersberger), Rall (72. Julevic), Schneider, Rädle – Mann, F. Dongus – Trainer: Niko Koutroubis
Tor: 1:0 Bender (90.)
Schiedsrichterin: Lena Dittmann (Stadthagen)
Zuschauer: 200
Rote Karten: keine
Gelb-Rote Karten: keine
Gelbe Karte: Tieber
Text: Hans-Georg Felder










