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Licht und Schatten in der Abwehr des VfL Sindelfingen

2. Fußball-Bundesliga Frauen: 1:0-Sieg im Derby gegen FV Löchgau

SINDELFINGEN. Ein fußballerisches Highlight war das ganz sicher nicht, was die Zweitliga-Fußballerinnen des VfL Sindelfingen gestern im Floschenstadion boten. Drei Punkte gab es für die Mannschaft von Trainer Niko Koutroubis beim 1:0-Derbysieg gegen den FV Löchgau trotzdem, womit der VfL aktuell mit zwölf Punkten auf den vierten Tabellenplatz vorgerutscht ist.

Zum Spiel: Gleich zu Beginn hätten die Sindelfingerinnen gute Chancen gehabt in Führung zu gehen, denn die Gäste-Keeperin Tanja Arnold hatte mehr Glück als Verstand, als sie einen eigentlich ungefährlichen Ball vor ihrem Tor ungeschickt wegkickte, direkt vor den Sindelfinger Sturm, der damit allerdings nichts anzufangen wusste. Der VfL kam gut ins Spiel, endlich gab es gute Kombinationen, und der Spielaufbau war wieder deutlich zu erkennen. Allerdings machten es sich die jungen Sindelfingerinnen erneut selbst schwer, leisteten sich viel zu leichte Ballverluste und waren zu langsam. Auch die blind nach vorne gebolzten Bälle trugen in dieser Phase nicht zu einem Übergewicht bei, im Gegenteil. Löchgau machte jetzt mehr Druck, Sindelfingen musste auf die Standards hoffen, für die, bislang äußerst erfolgreich, Merza Julevic zuständig ist. Einer ihrer Freistöße fand den Kopf von Nina Müller, die allerdings nur die Latte traf. Mit einem 0:0 ging's in die Halbzeitpause, in der Niko Koutroubis wohl die richtigen Worte fand, denn Sindelfingen kam wie ausgewechselt aus der Kabine.

So dauerte es auch nicht lange, bis sich Stefanie Werner mit tollem Einsatz an der Außenlinie den Ball erkämpfte und ihn zu Nina Müller vor brachte. Die spielte ihre Schnelligkeit aus und bediente genau im richtigen Moment Merza Julevic, die die Kugel zum 1:0 ins Löchgauer Tor schob. Kurz danach gab's gleich die zweite Chance für Sindelfingen, als Nina Müller nur knapp am Tor vorbeischoss. Doch anstatt sich nun mit der Führung im Rücken auf das restliche Spiel zu konzentrieren, verlor der VfL komplett die Ordnung. Vor allem in der Abwehr hagelte es schlimme Fehlpässe. Löchgau war dem Ausgleich jetzt um einiges näher als Sindelfingen dem zweiten Tor.

Löchgau ließ die letzte Konsequenz allerdings ebenfalls vermissen, bekam kurz vor Schluss sogar fast noch einen Treffer geschenkt, als Sindelfingens Abwehr-Chefin Susanna Höller den Ball an die eigene Latte köpfte. Der Schlusspfiff brachte schließlich die Erlösung und die Erkenntnis, dass es kein gutes Fußballspiel braucht, um drei Punkte zu holen. "Im Training funktioniert oft alles, sonntags im Spiel dann plötzlich nicht mehr. Die Mannschaft ist eben jung, aber das wird schon besser", konnte Koutroubis dennoch zufrieden sein. VfL Sindelfingen: Langwisch, Rädle (70. C. Hoffmann), Rall, Höller, Werner, Schwägler, Hezel, Siegel, Schindler (83. Branco), Julevic, N. Müller (86. Tieber).Tor: 1:0 (50.) Julevic.Schiedsrichterin: Appelmann (Alzey).Zuschauer: 150.

Quelle: bb-live: Autor: Sandra Funk

Erstellt am 04.10.10